Was die Meinung eben so vermeint
Alle reden derzeit von der großen Freiheit, sich seine Meinung sagen zu können. Die eigene wohlgemerkt, nicht die der anderen soll es dann sein. Schön und gut also, sagen wir uns gegenseitig möglichst respektvoll in aller Friedfertigkeit die Meinung, denn eine wirkliche und wahre Meinung zu haben ist doch immer noch besser als gar keine zu überdenken, und uns im Ungewissen zu lassen. Sei diese auch aufbrausend emotional hervorgebracht, mehr oder weniger genötigt oder sich gar qualvoll formuliert abgerungen. Eine gute Beziehung und der Partner wird es uns danken. Denn seine Meinung ist uns doch wertvoller, als aus anderen Quellen zugetragen.
Oft beginnt eine solche mit bedeutender Mimik, ausholender Gestik und dann mit Worten wie: "Also ich finde ja ...! "
Und sind sogleich vielfach ganze Sätze im Gedächtnis aufgefunden, die sich silbern im Flusse wie einem Brunnen entsprungen ergießen und unsere ganze Aufmerksamkeit verlangen.
Gefolgt sogleich mit ernstem Blick von einer weiteren Meinung eines vermeintlich guten Gewissens geleitet, mit der sie doch nichts und niemanden verletzen möchte, auch etwas zögerlich und mit Vorbehalt der noch ungeklärten Fragen in einer leisen Betonung vorgebracht: "Ich glaube eigentlich, daß . . .?"
Eine zögerliche Stimme, der eher Belesenen ergänzt, und die es eigentlich darum besser wissen sollte, die aber dennoch als solche mit erhobener Lage sich nicht der sonstigen Meinungen enthalten möchte: "Nun aber, . . . Ich denke eher, daß . . ." Was dann geäußert vermutlich und in Zustimmung zur gemeinsamen Nähe bestätigt werden könnte, aber vielfach ebenso oft und gerne infrage steht.
Um eine weitere Konzeption in der Konzeption nicht zu vergessen, die sich mit mehr Gefühl begonnen tunlichst aufmerksam und leise deutend: "Es wird ja gesagt, daß . . . ?" vorsichtig einfügt.
Und eine solche Meinung ganz allgemein sodann in umsorgender Gewissheit und allgemeinen Bestätigung offensichtlich ihre nächsten Wege zu bahnen zu gereifteren Qualität bestrebt ist. Sogar dann, wenn die häuslichen Türen ins Schloss fallen mit letzten Worten, "Meint ihr denn, ihr könnt ständig über mich bestimmen!", unsere Kinder den gemeinsamen Meinungsaustausch verlassen.
Zur garantierten Meinungsfreiheit gehören die Bildungsfreiheit, die Redefreiheit sowie die künstlerische Freiheit und sprechen wir von der Freiheit des Geistes, die hierin Ausdruck ihrer Impressionen ist und vielfach in diesen Tagen auch in unseren Straßen mit unseren Nächsten in den Waffen des Geistes gefordert wird. (NT Galat.4-5 ) Wie sie derzeit oft in Offenheit aller versammelten Meinungen unter freiem Himmel zu finden sind, doch leider dort nur selten Gehör finden.
Hoffen wir alle unsere Lieben in Lebensnähe bei uns vereint zu haben, in vielen Tagen des Jahres sich auszutauschen zur Gelegenheit, und vorgebrachten Meinungen über die zeitliche Nähe zur Gemeinschaft auch ertragen zu können.
Ihnen Gesundheit in Körper und Geist, der es gut mit uns meint,
und bleiben sie friedlich.
Andreas H. Scheibner 2025
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