Fröhliche Weihnacht überall
In diesen winterlichen Tagen herrscht wie jedes Jahr ein buntes Treiben. Nikoläuse in roten und grünen Gewändern mit der immer doch roten Mütze und einem zumeist dichten weißen Rauschebart sind überall zu sehen, und begegnen wir zuweilen eilenden Engeln in rauschenden Glitzergewändern, aus deren seidenem Engelshaar einzelne Strähnen entfliehen.
Strumpfläden überbieten sich in dienstbaren Angeboten vor elektrischen Kaminen selten selbstgestrickte Socken aufzuhängen und scharren Rentiere mit den Hufen um möglichst zum Countdown am Weihnachtsfest nicht die letzten über den Dächern zu sein. Vertreter aller Waren hausieren vor geschmückten Häusern mit geputzten Schuhen, offerieren sie Zuckerstangen zu bunten Bilderbüchern, gesägte Holzarbeiten, Farbstifte und Kurzwaren für Allerlei. Kerzen beleuchten das Parlament und geschehen hinter Fenstervorhängen geheimnisvolle Vorgänge, ertönt lieblicher Gesang in leisen Adventsmelodien überall.
Glanzpapier und Kartonagen füllen die festlich beleuchteten Straßenzüge, durch die kaum jemand unbeschadet aus lichtenden Geschäften zu seinem verschneiten Zuhause gelangen kann, denn über ihnen schweben strenge Engel mit heftig schwingenden Flügeln, die alles Treiben unten regulieren und einen jeden beobachten. Der schon alternde Weihnachtsmann mit lachendem Blick ist schon öfter erschöpft, um manche angestellten Kollegen der Wolkenstädte auf Erden zu beauftragen sich um der Kinder langen Wunschzettel mit schönsten Geschenken. Von denen schon längstens zuvor fleißige Zwergen sortierten. Doch nicht jeder sehnlichste Wunsch ist kleinen Menschlein Buben und Mädchen, und den schon Großen mit etwas Silber zu verwirklichen. Etwas Glück verstreut sich dennoch überall von himmlischen Kräften.
Es sind die Bäume des Waldes im Lichterschein geschmückt, duftet es aus allen Bäckereien nach Gewürzen der Welt und hat es ein kleines Teufelchen in diesen Tagen besonders schwer sich zu behaupten mit all den eifrigen Himmelsmächten. Dennoch ist auch ihm ein Plätzchen gewährt in den Wünschen vieler der Einsamen, aber auch unter Beflissenen, die aus dem Alltag in ihre Feierlichkeiten strömen.
Insofern es eine der Gemeinden überhaupt gibt auf hoher See und fernab in mancher Ödnis der Täler und Berge, sind sie dennoch ebenfalls in der Andacht um den Knaben, der die Welt zu regieren sich einst mit kräftiger Stimme anhob, um an der Mutterbrust die süße Speise zu naschen.
Da war ihm alles Gold und Geld der heiligen Könige doch ziemlich gleich in der Wärme des Schoßes und zeigte sich darum im Stall auch der Herrgott im Gefallen an dieser Liebe in Gemeinschaft mit Ochs und Esel inmitten versammelten Schafen. Und sandte er den verwunderten Hirten ein Licht der Erkenntnis, das beständig bis heute vielfach die sonst kalten Stuben erwärmt.
Ihnen ein schönes und friedliches Weihnachtsfest
Andreas H. Scheibner 2025
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