Gelassenheit im Tulpenkrieg
Zu Ostertagen bringen, wie allgemein bekannt alle vergoldeten Hasen im Glücksklee glücklichen Kindern bunte Eier ins Nest. Aber irgendwann sind alle Kinder auch Jugendliche geworden und machen sie sich mit der Eiersuche ihrer Jugend weniger Gedanken um die angestrengte Bildungsreife ihrer Hasen und Häschen. Denn schließlich ist Ostern eine Zeit der hohen Liebe, die allen Kindern zur Orientierung und Zukunft die göttliche Nähe zusichert.
Was selbstverständlich sein sollte im Menschheitsgedenken dieser besonderen Tage, in denen erstes wärmendes Sonnenlicht zur Sommerwende gefeiert wird. War ihr frühes Miteinander nach den Wanderungen zu diesem Fest doch vermutlich in Anbetung der eigenen Fortpflanzung zugedacht, zu der sie heute überwiegend im gutbürgerlichen und bestenfalls akademisch versierten Drang ihre Gemeinschaften des jungen Lebens vereinbaren.
Die verlangte Gunst der Götter brauchte dabei nicht unbedingt esoterische Formen anzunehmen und hat ein verschenktes Ei hierbei immer auch seinen sinnlichen Zweck erfüllt. Und dies theologisch mehr oder weniger in Selbstkontrolle der überlieferten Eigenart, der Übereinkunft jedweder Herkunft und ihrer sesshaften Ordnung wie sich heute historisch betrachtet feststellen läßt.
Oft aber in ihrer Expansion, in die noch weitgehend fremde Welt und Kulturen, um sie zu unterwerfen und dann in Feindschaft ihre bis dahin gedeihlichen Riten und Arten zu zerstören, ihre Lebensart gleichzuschalten in Überlegenheit europäischer Mächte. Ein schwarzes Amerika weiß in diesen Tagen davon zu berichten, denn dort transzendierte besonders viel Menschheit aus aller Welt verschifft in diesen neuen entdeckten Kontinent der Kolonien.
Der Handel mit Waren und auch mit Menschen hat immer die bisherige Sichtweise aller Ordnungen und Gesetze verändert. Hohe Zölle verhindern aktuell manchen Warenverkehr der historischen Gilden und weltweiten Hansestädte, die im vernetzten Güterverkehr nach einem freien Handel ihrer Gegenwart verlangen. Oft entstanden Handelsmonopole. In diesen Tagen sind es darum komplexe Aktien und Beteiligungen, die sich in ihrer Herkunft und Suche um genügend Profit auf Wanderschaft rund um den Globus begeben. Einstige florierende Schmuggelwaren alter Traditionen erforderten neue Bündnisse in der Einheit Europas und Waren aller Art suchen den ausgerufenen Zollkrieg im Boykott Amerikas zu umgehen.
Die Geldwirtschaft eines Staates kann sich durch Zölle finanzieren. Den antiken Zöllnerkrieg hatte es biblisch schon mit Ägypten gegeben, der aber wie berichtet wird keinem Land zum Vorteil gereichte, denn sobald es um die Zahlung von Tributen und Steuern ging waren diese bedingungslos nach Rom zu entrichten, gleichwie jeder Handel alle Zedernbäume im Jordan fällte und wertvolles Öl aus ihren Hölzern herausgepresst wurde. Oft beklagt ungeachtet der Gebote im Gesetz zur Nachhaltigkeit der Natur, die schon Moses im Wechsel der Felderwirtschaft vorschrieb.
Im Mittelalter wechselten einst florierende Handelsgesellschaften und Staatsmächte in die Armut über. Die künstliche Varietät der für besonders wertvoll gehandelten Tulpenzwiebeln geriet mit dem freien Handel dieser Ware zur Bedeutungslosigkeit, denn unerwartet gab es nun plötzlich überall Blumenzwiebeln aus Indien importiert. Und wechselte letztlich nach dem Ende der strengen Prohibitionszeit in Amerika der begehrte Whiskey in Fässern und vielerlei Verkleidungen die dafür verantwortliche Regierung ein. Heute heißt es darum in den Maßnahmen zur Regulierung der Volkswirtschaften nicht den Kopf zu verlieren, was auch im puritanischen Amsterdam des Tulpenkrieges geschehen konnte.
Aus welchem Anlass auch immer seien Ihnen zu Ostertagen einige Stunden der Achtsamkeit, auf ihren Wanderungen durch die schönste Zeit des Jahres und mit klaren Gedanken auf dem Marsch zum Frieden. Der uns derzeit angestrengt braucht, um die aktuell hektische und ein wenig emotional aufgebrachte Gegenwart wieder mit etwas Gelassenheit betrachten zu können.
Ihnen schöne Ostern
Andreas H. Scheibner
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