In der beginnenden Dunkelzeit heisst es uns die Wahrnehmung zu schärfen. In diesen Tagen sind ein Blatt der Zeitung schon seltener gelesen als noch noch vor wenigen Jahren. Ein kleines Sterben der Redaktionen und ehrlich gemeinten Meinungen hat eingesetzt in der Welt der leuchtenden Headlines, die einst gleich noch die wichtigsten Meldungen des Tages, eiligst und aktuell zur kulturellen Höhe des Journalismus sogar stündlich auf gedrucktem Papier den Passanten und Lesern entgegenbrachten.
Einige Politiker verabscheuen darum solche nach Wahrheit bestrebten Zeitungen und würden sie sie am liebsten abschaffen. Wie die New York Times und die Washington Post, die historisch schon korrupte Politiker zu Fall brachten. Unsere Heidezeitungen hier im Kreis der hellen Köpfe der Recherche haben wiederum andere Probleme in der digitalen Umstellung. Ihre gesetzten Meldungen und angelieferten Berichte aus dem Sammelwerk des Journalen stopfen sich die Abonnenten mittlerweile irgendwo in den Speicher und nicht mehr in ihr nasses Schuhwerk, wie es einst doch so praktisch war. Eigene Meinungen sind selten und eigentlich ist zum Feuilleton nur der aktive Sport noch richtig emotional.
Überhaupt wird die freie Meinung und ihre Äusserung seit der Digitalisierung nicht immer ganz richtig verstanden. Sie ist nicht nur ein garantiertes Recht unser Verfassung, nachdem uns in der Vorzeit der Mund in der Staatsmacht verboten wurde, sondern auch eine auferlegte Sorgsamspflicht, um nicht das nach Bildung bestrebte Volk aufzuwiegeln. Und ist sie mit allem Wissen schon gar nicht eine dunkle geheimnisvolle Verschwörung.
Die Freiheit die wir kennen braucht allerdings die Kontrolle. Am besten in der Selbstkontrolle, die sich uns die Verantwortung des Wortes auferlegt. Seien wir uns in Europa darum guten Mutes zu den Wahrheiten mit guten Worten und seien wir wahrhaftig in unseren Taten die auch künftig von uns verlangt werden.
Ihnen einen kühlen November in erwärmten Stuben.
Andreas H. Scheibner