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Freizeit in den Bergen


Franken


Anbei einen Gruß aus dem Fichtelgebirge und den wundersamen versteinerten Wäldern der Franken im Norden Bayerns. Das Fichtelgebirge ist gewissermassen die halbe Alpenwelt, die sich zur Entstehungszeit bemühte es hinauf bis in den Himmel zu schaffen, und eiferten die Vulkane im Wettstreit miteinander. Die Erde warf hinaus was ihr im Wege war, und um die aktiven Vulkane entstand viel fruchtbare Erde und allerlei Leben. Was bekanntlich ja aus dem Lehm geformt wurde. Daher gibt es in dieser Landschaft auch viele Glashütten und etliche Töpferwerkstätten.
Zu märchenhaften Burgruinen der Raubritter hochgewandert, die Geschichten um Waldwirtschaften und die eigensinnigen Evangelen vernommen, die sich als Eigentum ihrer Fürsten nicht mehr den wechselhaften Launen ihrer Obrigkeit hatten beugen wollen, leisteten die Leute in der Fron ihren Herren Widerstand und der reformierten Religion Beistand, bis die mächtigen Herrschaften nachgaben, und geschah im Landeskreis dort ein erster historischer Schritt zur heutigen Religionsfreiheit.

In Flossenbürg die neuere Dokumentation besucht, die von der Vernichtung der Juden in diesem Lager Zeugnis gibt, waren unterwegs die Panzerkolonnen bereits mit der Bahn auf dem Wege zum Staatsmanöver an der Ostsee. Im Knopfmuseum der Kleinstadt ließ sich der Krieg der Knöpfe noch vor der Erfindung des Reißverschlusses nachempfinden und in der Altstadt Weiden mit antiken Keramiken vergangener Kulturen auch die Entstehung der Schreibschrift (Keilschrift) auf Tontafeln Mesopotamiens begutachten. Denen in der Stadt nicht nur zur Besichtigung die Kunstfertigkeit der Glasherstellung und berühmte Porzellanwerke folgten. Ein Konzert mit Stücken des berühmten Komponisten in der Stadtkirche rundete dann unsere Freizeit zum Frühling diesen Jahres.

So richtige Erholung, um mit Kulturwissen ein Übriges erlebt zu haben, fanden wir dann unterwegs in den Frühlingslüften auf Wanderwegen in dichten bewaldeten Hügelbergen, und als wir zum Lohn nach dem Aufstieg über alle Höhen weithin die Landschaft betrachten konnten. Zuletzt aber in einem der quellenden Zuflüsse im geheizten Kurbad. Einst haben wir Lieder an den Feuern des Zeltplatzes mit den christlichen Pfadfindern gesungen und hatten eine schöne Zeit miteinander, schwärmen wir auch heute noch und nach Jahrzehnten, dieser Tage dort wieder eingekehrt, und erinnerten wir uns an die Silvesterfreizeiten der Stadtmission, in denen es noch richtig viel Schnee zwischen hohen Tannenwäldern gab. Als wir uns in der sternenklaren Nacht verirrten und danach übers neue Jahr unsere Zweisamkeit fanden.

Ihnen wünsche ich eine schöne Ferienzeit.

Andreas H. Scheibner