Friedenswünsche
The Winner takes that all. Der Gewinner bekommt alles. Eine sportliche Phrase, die weithin bekannt sein dürfte in den Wettkämpfen und Disziplinen der olympischen Spiele. Aber die auch weit zurückreicht zu Siegen der römischen Kohorten nach ihren Feldschlachten, in denen es wenig sportlich zuging.
Verlierer jeglicher sportlichen Disziplin suchen mit einem Blumenstrauß auf Treppchen in Silber und Bronze geschmückt ihr erschöpftes Antlitz aufrecht zu wahren. Dabei gewesen zu sein bedeutet ihnen viel mehr als nur zu siegen, denn im Frieden kann ein jeder Kämpfer ein Gewinner sein. Oft auch über sich selbst. Im Kriege jedoch ist alles ein wenig anders. Denn der Sieger bekommt alles. Güter und Reichtum, und alles, was er bis dahin entbehrt hatte, und darum begehrt. Doch ob er ein Gewinner ist nach vielen Schlachten und Verlusten an Leib und Leben bleibt lange ungeklärt.
Derzeit sind etliche Konflikte in der Welt, bewaffnete Kämpfe, viele Scharmützel und einige andauernde Kriege, zu denen es keine Entscheidung gibt. Die in ihrer Bedrohung die Bevölkerungen und deren unsichere Zukunft in Anspruch nehmen. Dort gewesen zu sein stellte sich nach Mali und Afghanistan für Deutschland in der Frage um Leben und Tod in der Wirklichkeit in nicht vorhersehbaren Dimensionen vor. Und sollte der Krieg in der Ukraine sich nicht auf die Nachbarländer ausdehnen können, wie alle Europäer befürchten. In diesen Zeilen will ich nicht wiederholt auf einzelne Gründe eingehen, die in Gefühlen und Gelüsten zum Krieg geführt haben, der aus ersten Konflikten um den Donbas in der Ukraine hervorging, und absehbar zuvor bereits von uns abgewendet werden sollte.
Wer dort zu Beginn in Uniformen ohne Abzeichen Separatist zwischen den Grenzbevölkerungen sein wollte, sollte als Vasall und Marodeur in Situation der strittigen Meinungen für oder gegen Russland offensichtlich die Bewohner verwirren und ihre Bedenken zerstreuen.
Denn Substitution, Unterwerfung und Anpassung liegen zu offensichtlichen Gründen oft in politischen Gegensätzen, in Fehden über Jahrhunderte und wiederholten Machtfantasien einer vorherrschenden Übermacht. In diesem Fall besonders geprägt durch eine jüngere Geschichte der Länder im Warschauer Pakt, die seit 1989 ihre souveräne Unabhängigkeit verwirklichen.
Viel öfter sollten wir uns fragen, wenn man ihn schon nicht verhindern konnte, wie man einen Krieg möglichst bald beenden kann. Und sind dazu Staatenkonventionen in der Schweiz in Genf erfahren. Zuweilen muss der beteiligte Mensch einfach die Situation in der Aussicht sowie zur Gegenwart erkennen und darf sich nicht von etwaigen Unbestimmtheiten leiten lassen. Viele Kriege endeten historisch zuletzt ohne einen Vorteil für alle Seiten. Aber mit der bitteren Erfahrung.
Schon manche historische Waffenruhe bestimmte eine Abfolge in Gesprächen der Gegner zu einem ersten Waffenstillstand, um in weiteren Verhandlungen schrittweise eine angrenzende Zone zu ersten Sicherheiten und in folgenden Bestimmungen die Anerkennung der geografischen Neuordnung durch die Vereinten Nationen zu bewirken. Etwaige Vertragsbrüche darüber hinaus bleiben dann ein vorläufiges kalkulierbares Risiko, was man auch Status Quo nennen kann, wenn auch noch nicht ewigen Frieden. Die berühmte Neutralität eines Landes, wie sie Schweden lange Zeit bewahrt hat, hat zwar den Frieden mit den Anrainern und Staaten bewahrt, doch waren die Schweiz und Schweden immer in Gefahr darum diese Neutralität zu verlieren. Ein nationales Begehren der eigenen Herkunft kann man auch pflegen, wenn man ein Bruderstaat ist, und sich alle Schwestern und Brüder an das vereinbarte friedliche Völkerrecht halten.
Grenzen zwischen den Ländern sind oft mit Zollzahlungen versehen, wie sie Europa viele Jahrhunderte zwischen seinen Fürstenhäusern kannte. Sie sicherten zwischen Grenzsteinen der Königreiche und Großmächte den Handel und zugleich die Zugehörigkeit des Volkes zum Landesherrscher. Der jugendliche Friedrich der II, flüchtete mit seiner jungen Liebe und einem Freund über die Landesgrenze ins nachbarliche Fürstentum, dort meinten sie sich sicher, um wiederum eingefangen durch den Vater wegen Landesverrat auf dem Schafott fast den Kopf zu verlieren. Seinen Freund Katte aber hatte Friedrich verloren. In Israel wiederum sind die derzeit errichteten Betonwände hoch um Gaza und Jordanland herum hinderlich eine Verbindlichkeit zwischen der verantwortlichen Menschenführung und ihren Bevölkerungsteilen diesseits und jenseits der Barriere.
Mit den Kontrollen sicherten anerkannte Grenzen solange den Handelsfrieden im Austausch der Menschen untereinander, bis unerwartete Entwicklungssprünge, technischer Fortschritt sowie sowie ideologischer Wandel diese relative Sicherheit zwischen ihnen erneut infrage stellten.
In Preußen war dies die Entwicklung der Eisenverhüttung und Stahl in der besseren Reichweite bisheriger Kanonen. In Eroberungen waren dies vielfach Schnellfeuergewehre die Speere und Schilde durchschossen, die Eisenbahn und schnelle Fahrzeuge und Flugzeuge, die den Elefanten und Kamelen im Vordringen überlegen sind. Heute sind es vielfach automatische Flugobjekte und Satelliten im Weltraum.
Die Liste der Auf- und Nachrüstungen zur Gewalt des Menschen gegeneinander ist beachtlich in der Menschwerdung seit Kain und Abel. Und sagt man Micha, dem Propheten des A.T. doch immer wieder nach, er würde den Pflug des Feldes (4.3) Waffen bevorzugen. Doch auch Getreide kann eine Waffe sein, deren Vorbehalt und Raub im zwangläufig verursachten Hungertod völkerrechtlich ein Verbrechen ist.
Bisherigen Atommächten wurde nach hunderten Versuchen mit der A-Bombe, die Wirksamkeit ihrer Zerstörungskraft weltweit unsinnig und machten erste Gespräche die Abrüstung möglich. Der Mensch auf allen Kontinenten begann aus einzelnen vorherrschenden Ideologien der Macht, die über Generationen hinweg eine bloße Vernichtung von angeblichen Wilden, bösen Teufeln und Gegnern, erklärten Feinden und Unmenschen eine Expansion und eroberten Raumgewinn beinhaltete, nachfolgend in die Zukunft hineinzudenken:
Es liegt die heutige Stärke einer größeren Landesmacht, der Zusammenhalt der Kontinente im Zusammenspiel ihrer einzelnen Mächte. Im Zusammenschluss ihrer funktionellen und soweit möglich angenäherten ideellen Kräfte und Kulturen. Die als konstruktive Weltmacht, gleichwie andere Weltmächte sich in den Übereinstimmungen arrangieren eine Menschheit in ihrer diversen Denkart vorsieht.
Wenn auch nur für wenige Zeilen in die Geschichte der Kriege geschrieben sollten nach epischen Schlachten heimgekehrt historische Siegerposen unter dem Triumpfbogen in Rom den Sieg verkünden. In jeder großen Stadt steht heute ein solches Andenken und feierlich wird der unbekannte Soldat der Kriege geehrt. Die Verlierer ließen man wie schon immer zuvor einfach auf den Feldern liegen oder verbrannte sie in großen Feuern.
Ein Genfer Vertrag in unseren Zeiten würde sich wohl anders gestalten, als die bleichen Knochen den Enkeln zu hinterlassen und den verursachten Hass der streitbaren Vorfahren immer weiter zu nähren, was genau beobachtet ein Verbrechen an der Jugend ist.
Dennoch wird alle Feindschaft mit der Zeit immer wieder ihre Bedeutung verlieren, um nachwirkend ein Auskommen im Miteinander zu finden. In der Antike in Gesetz und Recht der Gleichheit für alle Bürger des Imperiums, neuzeitlich wie ein junges Europa es mit vielen Verträgen zwischen seinen vielen Kulturen angestrengt hat. Und wird die nachwachsende Generation der Zukunft in ihrer Triebkraft der ewigen Jugend ihr Leben gestalten, in dem auch der mögliche Frieden seinen Stellenwert hat.
A.H.S.

